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Lena's Tagebuch

Zwei Stunden ohne Telefon in der Caracalla Therme

Nach einer langen Woche habe ich mir einen Nachmittag in Baden-Baden gegönnt: warmes Wasser, kein Telefon, niemand, der etwas von mir wissen will. Warum die Caracalla Therme für mich der leiseste Luxus ist.


Manche Wochen verlangen mehr Stimme, als man hat. Diese war so eine: viele Anfragen, viele Gespräche, abends noch Texte und Fotos. 
Also bin ich am Mittwoch früh nach Baden-Baden  gefahren, ohne Plan und mit Telefon auf "nicht stören" in der Handtasche. Beim letzten Mal war ich dort nur für einen Drink. Diesmal wollte ich bleiben.

Die Caracalla Therme liegt am Rand der Altstadt, und schon im Foyer wird es leiser. Das Wasser kommt aus den Thermalquellen der Stadt, es ist warm, fast weich und trägt einen ein Stück weit. Ich bin lange einfach im Becken geblieben und habe zugesehen, wie das Licht über dem Wasser langsam die Farbe wechselt. Gesprochen wird dort kaum, und genau das mag ich. Niemand muss etwas darstellen.

Danach eine Liege und eine Decke, ein Buch, das ich seit Wochen mit mir herumtrage und auch an diesem Tag nur zur Hälfte gelesen habe. Robert Kiyosaki, einer meiner Lieblingsautoren.
Es war mir erstaunlich egal. Auf dem Rückweg gab es ein Stück Torte im Café König, dazu einen Tee, mehr nicht.

Ich glaube, echter Luxus ist heute nicht mehr das Teure, sondern das Unerreichbare. 
Zwei Stunden, in denen keiner etwas von mir wollte und ich nichts von mir selbst. Wer das nächste Mal in Baden-Baden ist, plant am besten eine Stunde mehr ein, als er glaubt zu brauchen.

Discreetly yours,
Lena