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Lena's Tagebuch

Hotelbars in Stuttgart, in denen ein Abend leise beginnen darf

Vom Schlossgarten bis hinauf nach Degerloch: Lena über Stuttgarter Hotelbars, tiefe Sessel und ein Personal, das nichts fragt.


Es gibt Bars, die man wegen der Drinks besucht, und Bars, die man wegen der Ruhe aufsucht. In Stuttgart liegt beides oft im selben Haus. Ich habe mir angewöhnt, Städte über ihre Hotelbars zu lesen. Wie ein Haus mit Diskretion umgeht, sieht man am zweiten Drink.

Ich beginne in Stuttgart Mitte, im Steigenberger Graf Zeppelin. Es liegt gegenüber dem Hauptbahnhof, die Königstraße beginnt gleich vor der Tür, und trotzdem wird es drinnen ruhig. Mit nur 78 Zimmern ist das Haus überschaubar geblieben, und die Zeppelin Bar sitzt als Lobby-Lounge mitten darin. Man kann dort einen Abend beginnen, ohne dass jemand fragt, worauf man wartet. Ein paar Minuten weiter, im Le Méridien an der Willy-Brandt-Straße, gibt sich die Bar Lillet moderner und etwas lebendiger, aber nie laut.

Wer es verspielter mag, geht ins Bohnenviertel zum Zauberlehrling. Ein Boutiquehotel, das seine Räume behandelt wie kleine Bühnenbilder. Ich mag Häuser, die sich etwas trauen.

Für Abende ohne Hotellobby empfehle ich das Jigger & Spoon unweit der Königstraße. Der Eingang ist unscheinbar, die Treppe führt nach unten, und wer keinen Platz bekommt, wartet geduldig. Drinnen erwarten einen Backstein, Ledersessel und Barkeeper, die ihr Handwerk ernst nehmen. Die Wolfram Bar & Terrace wiederum belohnt mit einem weiten Blick über die Stadt, und das genügt manchmal als Gesprächsthema.

Wer den Kessel für einen Abend verlassen will, fährt hinauf nach Degerloch ins Waldhotel Stuttgart. Es liegt mitten im Grün, der Hauptbahnhof ist nur eine Viertelstunde entfernt und fühlt sich doch an wie eine andere Zeitzone.

Was macht eine Bar diskret? Für mich sind es Kleinigkeiten. Nischen, in denen ein Gespräch am Tisch bleibt. Ein Kellner, der das Glas füllt, ohne den Satz zu unterbrechen. Eine Beleuchtung, die niemanden ausstellt. Diese Dinge lassen sich nicht behaupten, man spürt sie beim Eintreten.

Mich erreichen immer wieder Fragen, wo man in Stuttgart etwas trinken kann, ohne dass es auffällt. Die Antwort ist selten ein Geheimtipp. Meist ist es ein gutes Haus zur richtigen Zeit, an einem Wochentag, wenn das Licht früh weich wird.

Wer Stuttgart nicht allein erleben möchte, findet alles Weitere auf der Stuttgart-Seite. Und wer den Abend außerhalb der Stadt ausklingen lassen möchte: Esslingen  und Böblingen sind nicht weit. Warum PURE nach einer Pause zurückgekehrt ist, habe ich in Tagebuch-Erstbeitrag beschrieben.

Discreetly yours,
Lena