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Lena's Tagebuch

Zwischen Marktplatz und Wasserturm: Mannheim, wie ich es liebe

Ein freier Vormittag in Mannheim: türkische Spezialitäten auf dem Marktplatz, ein Stück Lokum zum Einstieg und eine Bank am Wasserturm, auf der man wunderbar allein sein kann.



Mannheim wird gern unterschätzt, und ich kann das verstehen. Die Stadt hat keine Postkartenaltstadt, sie ist in Quadrate eingeteilt, ordentlich und ein wenig nüchtern. Wer genauer hinsieht, findet dort einen Vormittag, der sich auf angenehme Weise genau anfühlt.

Ich bin am Marktplatz gestartet. Schon von Weitem roch es nach frisch gebackenem Simit und Gewürzen. An den türkischen Ständen lagen Oliven und Käse in solchen Mengen, dass die Entscheidung schwerfiel, daneben Börek, noch warm. Ich habe Baklava gekauft, viel zu viel davon, und einen frisch gepressten Granatapfelsaft getrunken, während mir der Verkäufer ungefragt ein Stück Lokum zusteckte. Süß gehöre zu jedem guten Anfang, meinte er. Ich habe nicht widersprochen. Ich liebe diese türkische Gastfreundschaft einfach.

Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Wasserturm. Er steht am Friedrichsplatz, hoch und hell, umgeben von Arkaden und Grün, und wirkt wie ein Bauwerk, das niemandem etwas beweisen muss. Ich habe mich mit meiner Tüte auf eine Bank gesetzt und den Wasserspielen zugehört. Das Rauschen nimmt einem den Lärm ab, ohne die Stadt auszublenden. Das finde ich selten.

Eine Stadt, die ihr Wasser so selbstverständlich zeigt, hat Selbstvertrauen. Mannheim braucht keine Kulisse. Ich nehme von diesem Vormittag etwas Süßes mit nach Hause und die Erinnerung an eine Bank, auf der man gut mit sich allein sein kann. Wer Mannheim bisher nur als Durchfahrt kennt, sollte einmal früh dort ankommen und sich Zeit lassen.

Discreetly yours, 
Lena