
Der Morgen hat heute mit einem Postfach begonnen, das sich verdächtig lebendig anfühlt. Seit dem Neustart melden sich nach und nach Menschen, die ich lange nicht gehört habe. Ohne große Worte, ohne Förmlichkeit. Eher dieses Aufatmen zwischen den Zeilen, ein „schön, dass es dich wieder gibt“, das niemand aussprechen muss, weil man es trotzdem liest.
Und dann stand da heute früh dieser Absender. Nur ein Buchstabe, G., und doch wusste ich sofort, wer sich dahinter verbirgt. Die Adresse allein hat gereicht. Ich saß mit meinem Kaffee da und habe gelächelt wie jemand, der unverhofft seinen Namen in einem vollen Raum hört.
G. gehörte in meiner ersten Zeit an der Spitze von PURE zu den Gästen, die man nicht vergisst. Mehr als fünfzig Verabredungen, über Jahre hinweg. Alles in Stuttgart. Das ist keine Zahl, das ist eine gemeinsame Geschichte. Dass ich ihn an einer E-Mail-Adresse erkenne, sagt mehr über die Bindung zwischen uns und unseren Gästen als jede Statistik. Wer so lange bleibt, kommt nicht wegen eines Angebots. Er kommt, weil er sich aufgehoben fühlt.
Selbstverständlich ist er längst vorgemerkt. Gäste mit dieser Geschichte bekommen bei PURE einen eigenen Platz, im exklusiven Bereich, der gerade entsteht. Und aus diesem Kreis darf die erste Handvoll die Damen auf ihren ersten Schritten begleiten. Vertrauen wächst bei uns in beide Richtungen, und wer PURE von früher kennt, weiß das.
Dieser Gedanke allein gibt mir einen Schub, der locker die ganze Woche trägt. Ich merke es an Kleinigkeiten: Ich gehe schneller, ich beantworte Nachrichten, die ich gestern noch liegen gelassen hätte. „PURE muss wieder PURE sein“, habe ich gesagt. Heute Morgen hat sich das zum ersten Mal nicht nach einem Vorsatz angefühlt, sondern nach Heimkehr.
Discreetly yours,
Lena
