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Lena's Tagebuch

Pho — Heilbronns bestgehütetes Geheimnis

Ein Mittagessen im The Little Hanoi hat Lena zu einer Erkenntnis gebracht: Pho wird in Deutschland komplett unterschätzt — und eignet sich hervorragend, um gemeinsam etwas Neues zu entdecken.

War neulich im The Little Hanoi in der Heilbronner Innenstadt essen. Pho Bo, mit ordentlich Koriander, dazu diese Brühe, die eine Ewigkeit gezogen haben muss. Und dabei ist mir wieder aufgefallen: Pho wird in der deutschen Gastroszene komplett unterschätzt. Sushi kennt jeder, Ramen ist inzwischen auch überall, aber eine gute Pho? Selten, und wenn, dann meistens ziemlich versteckt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich für kulinarische Experimente eigentlich immer zu haben bin. Nicht jedes Mal ein Volltreffer, das sage ich ehrlich dazu — es gab schon Abende, an denen ich hinterher gedacht habe, das hätte ich mir sparen können. Aber meistens geht's gut aus, und dieser Tag hier war definitiv einer der guten.

Während ich da saß, habe ich irgendwann angefangen, den Raum zu beobachten. Paare beim Lunch, manche mit Stäbchen, ziemlich geübt, andere klassisch mit dem Löffel, spürbar unsicher, wie man das Ganze überhaupt angeht. Und ich fand das unterhaltsam, ehrlich gesagt. Dieses kleine Nicht-genau-Wissen, wie man an so eine Suppe rangeht — das nimmt einem Moment sofort etwas Verkrampftes.

Genau das ist mir dann durch den Kopf gegangen. Wenn zwei Menschen sich noch nicht so gut kennen, kann Pho fast ein kleiner Türöffner sein. Man ist zu zweit ein bisschen planlos, lacht vielleicht über die Stäbchen, fragt sich, wie man die Nudeln am besten aus der Brühe fischt, ohne sich anzuspritzen. Das bricht das Eis schneller als jedes Gespräch über das Wetter.

Für alle, die noch nie Pho hatten: Fangt im The Little Hanoi an. Und wenn's beim ersten Mal ein bisschen planlos wird — genau das ist der Punkt.

Discreetly yours,
Lena