Ich werde ziemlich oft gefragt, ob es auch eine Stunde geht. Oder 90 Minuten. Die ehrliche Antwort: nein. Und ich versteh die Frage, wirklich. Man will erst mal testen, sich nicht gleich festlegen, das ist ja auch okay so.
Aber bei uns funktioniert das einfach nicht.
Eine Stunde reicht kaum, um überhaupt anzukommen. Man setzt sich hin, vielleicht ist man noch etwas angespannt vom Tag, es dauert, bis ein Gespräch überhaupt Substanz bekommt — und dann ist die Zeit auch schon fast wieder um. Das hat für mich nichts mit einem Date zu tun. Das ist ein Termin.
Das ist übrigens keine Theorie von mir am Schreibtisch. Das haben mir so viele meiner Damen zurückgemeldet, immer wieder, fast wortgleich: Niemand fühlt sich dabei wirklich gesehen, in dieser Hektik. Weder sie noch der Gast.
Deshalb starten unsere Dates ab zwei Stunden. Ab da passiert irgendwann dieser Moment, wo man aufhört, auf die Uhr zu schauen. Wo ein Gespräch nicht mehr Small Talk ist, sondern echt wird.
Eine Ausnahme gibt's trotzdem: Wenn Dame und Gast sich bereits kennen und beide vorher schon mal besprochen haben, dass ein kürzeres Treffen für sie passt, dann reden wir gerne drüber. Das ist dann kein Fremdgehen gegen das eigene Prinzip, sondern eine bewusste Entscheidung von beiden Seiten.
Ich weiß, dass die feste Mindestdauer manche abschreckt, gerade wenn man's eilig hat oder unsicher ist, ob die Chemie stimmt. Kann ich verstehen. Aber genau dafür gibt's ja auch ein Vorgespräch — bevor überhaupt was gebucht wird.
Discreetly yours,
Lena
