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Lena's Tagebuch

Was eine Bewerberin tut, wenn sie glaubt, ich sehe gerade nicht hin | Teil II

Zwei Damen, bewusst verschieden gewählt, ein Café mit gedimmtem Licht und am Ende ein Schirm bis zum Auto. Die Auflösung zu gestern.



Getroffen haben wir uns im Lupin in Stuttgart. Ich mag intime Cafés, mit gedimmtem Licht, Musik, die sich im Hintergrund hält, und vor allem mit Personal, das Privatsphäre ernst nimmt. Das Lupin gehört dazu.

Ein paar Gäste hatten sich in unserer Nähe niedergelassen. Bei einem Abendessen wäre das kein Problem gewesen, bei einem Interview schon. Als unsere Stimmen leiser wurden, hat der Inhaber das selbst bemerkt und für Freiraum gesorgt, ohne dass ich fragen musste. Das ist, was ich an Gastgebern schätze, denen es um mehr geht als um meinen Umsatz. Sie wollen, dass man sich wohlfühlt.

Und damit zur Auflösung von gestern. Ich habe die beiden Damen bewusst so gewählt, dass sie vom Alter her weit auseinanderliegen. Mich hat interessiert, was passiert, wenn zwei Menschen am Tisch sitzen, die auf dem Papier kaum etwas verbindet. Ich lag richtig. Das Gespräch lief fließend, beide waren völlig natürlich, und aus wenigen Gemeinsamkeiten wurde schnell ein Austausch auf Augenhöhe. Zum Schluss hatte ich meinen Schirm vergessen, und eine der Bewerberinnen hat mir ihren bis zum Auto gehalten. Eine kleine Geste. Sie hat mir mehr gesagt als manche Antwort.

Wie jemand mit anderen umgeht, sieht man nicht im Einzelgespräch, sondern in Gesellschaft. Optik und Auftreten sind mir dabei nicht das Wichtigste.

Ich lasse jede Dame gern noch eine Nacht darüber schlafen. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass wir bald zwei Neue bei PURE begrüßen dürfen. Mehr zu den Damen nächste Woche. Ich kann es kaum erwarten, sie euch vorzustellen.

Discreetly yours,
Lena